Die KuBiPaD-Studie ermöglicht es, die Veränderung des Anteils der Kulturnutzenden in der Bevölkerung ab 19 Jahren für die Untersuchungsjahre 2018, 2021 und 2025 nachzuzeichnen. Nachfolgend zeigen wir für den Besuch öffentlicher Kulturangebote und für die private Kulturnutzung, inwieweit das Kulturverhalten nach der Zäsur der Corona-Pandemie der Jahre 2020/21 wieder zum vorigen Niveau zurückgekehrt ist oder dieses sogar übersteigt.
Methodische Hinweise: Die folgenden Auswertungen wurden jeweils auf die im Jahr 2025 vorliegende Stichprobe ab 19 Jahren beschränkt, um dem Zeitvergleich eine einheitliche Altersabgrenzung zugrunde zu legen. Den Auswertungen wurden zudem gewichtete Daten zugrunde gelegt, um Stichprobenverzerrungen auszugleichen.
Besuch öffentlicher Kulturangebote:
Nachdem die Beteiligung an kulturellen Veranstaltungen, wie Theater- oder Konzertaufführungen, im Jahr 2021 während der Corona-Pandemie drastisch eingebrochen war, haben sich die Besuchszahlen 2025 wieder erholt und übersteigen je nach Kulturangebot gar das Vor-Corona-Niveau.
Konzertbesuche
Im Jahr 2018 hat etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung (52 %) mindestens ein Konzert im Jahr besucht. 14 Prozent gehörten mit mehr als 6 Besuchen zum Kernpublikum. 2021 war die Situation deutlich verändert. 89 Prozent der Befragten besuchten überhaupt kein Konzert in den vergangenen 12 Monaten. Dieser Anteilswert ergibt sich, wenn man den Balken nach rechts bis zum Wert von 100% weiterführen würde. 2025 zeigt nun, dass nicht nur eine Rückkehr zum Ausgangsniveau von 2018 stattgefunden hat, sondern dass das Konzertpublikum sogar gewachsen ist. So haben fast zwei Drittel (ca. 66%) der Bevölkerung mindestens ein Konzert im Jahr 2025 besucht.
Betrachtet man die getätigten Besuche nach Konzertarten, zeigt sich, dass sowohl die Teilnahme an Konzerten mit populärer Musik (enthält Pop, Rock, Hip-Hop, elektronische Musik und Schlager), als auch der Besuch klassischer Konzerte und Opern während der Corona-Pandemie auf einstellige Werte eingebrochen ist: Nur noch jeweils knapp 4 bzw. 6 Prozent der Bevölkerung haben diese Konzerte im Jahr 2021 besucht.
Vergleicht man die Besuche der Jahre 2018 und 2025 getrennt nach Konzertarten lassen sich interessante Befunde feststellen. So ist im Vergleich zu 2018 ein größerer Anteil der Bevölkerung genau einmal im Jahr 2025 in ein klassisches Konzert oder eine Oper gegangen; die Anteile derjenigen, die diese Konzertarten häufiger besucht haben, ist allerdings vergleichbar über beide Zeitpunkte hinweg. Bei den populären Konzerten sieht das anders aus: Hier ist der Anteil der einmaligen Besucher*innen stabil geblieben; dahingegen sind die Anteile der mehrmaligen Besucher*innen recht deutlich gewachsen.

Theaterbesuche
Durch die Corona-Pandemie haben sich die Theaterbesuche drastisch reduziert. Im Jahr 2018 war noch jede*r dritte Befragte mindestens einmal im Jahr in einem Theater, 2021 ist das Theaterpublikum auf 3,6 Prozent der Bevölkerung geschrumpft. Dies entspricht einem Rückgang in der Partizipation von mehr als 90 Prozent. Betrachtet man das Erhebungsjahr 2025, so zeigt sich diesmal keine vollständige Rückkehr zum Vor-Pandemie-Zustand. Das Theaterpublikum ist 2025 um knapp 6 Prozentpunkte kleiner als 2018.

Museums- und Ausstellungsbesuche
Im Unterschied zu den anderen außerhäuslichen Aktivitäten waren Museums- und Ausstellungsbesuche am wenigsten stark von der Pandemie betroffen. Die Beteiligung reduzierte sich zwar deutlich (um rund die Hälfte), sie ist aber nicht wie in anderen Bereichen völlig zum Erliegen kommen. Über das gesamte Jahr 2021 haben fast 30 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Jahr ein Museum oder eine Ausstellung besucht. 2025 besuchten mit knapp 60% der Bevölkerung wieder nahezu genauso viele Menschen mindestens einmal im Jahr ein Museum oder eine Ausstellung wie vor der Pandemie.
Die Auswertungen enthalten Informationen über den Besuch von Kunstmuseen und -ausstellungen, Galerien, Naturkundemuseen, Technikmuseen, historischen und archäologischen Museen, Volks- und heimatkundliche Museen sowie Design- und Architekturausstellungen.

Kinobesuche
Trotz sporadischer Kinoformate im Freien und der Reaktivierung von Autokinos war auch der Kinobesuch im Jahr 2021 nur begrenzt möglich. Insgesamt haben nur 16 Prozent der Bevölkerung überhaupt einen Besuch unternommen. Im Jahr 2018 war der Anteil mit fast 60 Prozent viermal so groß.
2025 hat sich das Kinopublikum vom Corona-Einbruch wieder erholt. So besuchten auch 2025 wieder fast 60 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal ein Kino. Dennoch hat sich die Nutzungshäufigkeit etwas verändert: das Kernpublikum mit 6 oder mehr Besuchen ist ein wenig kleiner geworden; dafür gibt es nun mehr Personen, die nur einmal oder wenige Male im Jahr ein Kino besucht haben.

Private Kulturnutzung:
Für den privaten und innerhäuslichen Kulturkonsum zwischen 2018 und 2025 zeigen sich kaum systematische Veränderungen. Entgegen der Erwartung ließ sich während der Corona-Pandemie 2021 kein Anstieg des Kulturkonsums in den eigenen vier Wänden beobachten. Entsprechend zeigen sich über den Zeitraum von 2018 bis 2025 vergleichsweise stabile Muster.
Filme
Im Vergleich zu den anderen Bereichen zeigen sich im Bereich der Filme über die drei Zeitpunkte hinweg die größten Veränderungen. So ist der regelmäßige Konsum von Filmen in den Jahren 2021 und 2025 größer als noch im Jahr 2018: Während im Jahr 2018 rund 78 Prozent der Bevölkerung angaben, in den letzten 4 Wochen mindestens einen Spielfilm im Ganzen gesehen zu haben, sind es 2021 und 2025 ca. 88 bzw. 86 Prozent. Im Jahr 2021 hat sich gegenüber dem Jahr 2018 insbesondere das Publikum im größten Nutzungsbereich (6 Filme und mehr pro Monat) vergrößert. Dieses hat sich im Jahr 2025 wieder stärker dem Anteil aus 2018 angenähert, zugleich ist der Anteil der Bevölkerung, der 2 bis 5 Filme im Monat zuhause schaut, im Vergleich zu den beiden früheren Zeitpunkten leicht angestiegen.

Serien
Anders als für den Filmkonsum ist beim Serienkonsum im Jahr 2021 ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2018 zu verzeichnen. Im Jahr 2018 haben rund 77 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Serie pro Halbjahr im Ganzen gesehen, 2021 waren es 75 Prozent. Während auch hier die Gruppe der Vielnutzenden zugenommen hat, haben sich die Anteile der übrigen Gruppen (höchstens eine Serie oder 2-5 Serien im Halbjahr) um 3 bis 5 Prozentpunkte verringert. Im Jahr 2025 wurde den Befragten keine Frage zum Serienkonsum gestellt, daher liegen keine aktuelleren Zahlen vor.

Literatur
Für den Literaturkonsum lassen sich über den 7-Jahres-Zeitraum nur kleine Veränderungen feststellen. Während der Pandemie ist der Anteil in der Bevölkerung, der mindestens ein Buch im Jahr gelesen hat, von 66 auf ca. 69 Prozent gestiegen; im Jahr 2025 liegt er bei 64 Prozent. Der Hörbuchkonsum stieg von ca. 19 Prozent auf 22 Prozent in den Jahren 2021 und 2025.


