Zeitvergleich

Zu allen drei Zeitpunkten war die Ausübung von kunsthandwerklichen Tätigkeiten, wie textilen Handarbeiten, Töpfern oder Holzarbeiten, die beliebteste kreative Aktivität. 2018 und 2021 gaben über 40 Prozent der Bevölkerung an, mindestens einmal im Jahr ein Kunsthandwerk auszuüben, die Mehrheit davon war sogar jeden Monat oder jede Woche aktiv. 2025 ist kunsthandwerkliches Arbeiten weiterhin die beliebteste kreative Aktivität – allerdings üben nur noch 34 Prozent der Bevölkerung die Aktivität mindestens einmal im Jahr aus. Auch mit künstlerischem Anspruch fotografieren und Fotos bearbeiten sowie Malen und Zeichnen sind 2025 verbreitete Aktivitäten. So beschäftigt sich mehr als ein Viertel der Bevölkerung mindestens einmal im Jahr mit Fotografie, ca. ein Fünftel malt oder zeichnet regelmäßig.

Vergleicht man die drei Erhebungszeitpunkte miteinander, zeigen sich zwischen 2018 und 2021 nur geringfügige Veränderungen in der Ausübungshäufigkeit der kreativen Hobbies. Eine Ausnahme stellt das Tanzen dar: 2021 gaben nur ca. 7 Prozent der Bevölkerung an, mindestens jährlich zu tanzen. 2018 waren es noch knapp 15 Prozent. Es ist anzunehmen, dass sich hier die zeitweise pandemiebedingte Schließung öffentlicher Tanzlokalitäten bemerkbar macht. Auch für das Singen zeigt sich ein Einbruch, wenn gleich dieser mit knapp 4 Prozentpunkten Unterschied geringer ausfällt. 2025 scheint sich das Tanzen mit 8 Prozent der Bevölkerung, die dies regelmäßig tun, kaum erholt zu haben, gleiches gilt für das Singen. Vergleicht man die Ausübungshäufigkeit der übrigen Aktivitäten im Jahr 2025 mit den Vorjahren lässt sich für das Kunsthandwerk und Malen bzw. Zeichnen ein recht beträchtlicher Rückgang von jeweils circa 6 Prozentpunkten feststellen. Theater spielen, literarische Texte verfassen, Filme und Videos produzieren sowie kreative Computerarbeiten sind Aktivitäten, die nur von einem geringen Anteil der Bevölkerung regelmäßig ausgeübt werden und vergleichsweise stabil sind über alle drei Zeitpunkte hinweg.

Anmerkung und methodische Hinweise: Dargestellt sind die Anteilswerte der Bevölkerung Deutschlands ab 19 Jahren, die im Jahr 2018 (oben), im Jahr 2021 (in der Mitte) bzw. im Jahr 2025 (unten) die jeweilige Aktivität täglich, wöchentlich, monatlich oder einmal im Jahr ausübten. Würde man den Balken nach rechts bis zum Wert von 100% weiterführen, erhielte man den Anteil der Befragten, die eine Aktivität seltener als einmal im Jahr oder nie ausübten. Die Auswertungen wurden jeweils auf die im Jahr 2025 vorliegende Stichprobe ab 19 Jahren beschränkt, um dem Zeitvergleich eine einheitliche Altersabgrenzung zugrunde zu legen. Den Auswertungen wurden zudem gewichtete Daten zugrunde gelegt, um Stichprobenverzerrungen auszugleichen.

Beschränkt man sich auf die Befragten, die sowohl 2018 als auch 2025 Auskunft über ihre kreativen Aktivitäten gaben, lassen sich die Veränderungen im Detail nachvollziehen. Wurden verstärkt neue Aktivitäten begonnen? Wurden andere aufgegeben? Der Anteil derjenigen, die zwischen 2018 und 2025 eine Aktivität ganz aufgaben, überwiegt in den meisten Fällen leicht den Anteil der Personen, die die jeweilige Tätigkeit neu begannen. Besonders groß ist die Differenz beim Kunsthandwerk: 21 Prozent haben das kunsthandwerkliche Arbeiten zwischen 2018 und 2025 eingestellt und nur 9 Prozent haben das Hobby im gleichen Zeitraum neu begonnen. Auch beim Malen und Zeichnen, beim Tanzen und beim Singen überwiegt der Teil der Personen, die das Hobby aufgegeben haben, deutlich. Eine Ausnahme bilden das Produzieren von Filmen und Videos, das Spielen eines Instruments und die Fotografie. Hier ist der Anteil derjenigen, die zwischen 2018 und 2025 eine Aktivität neu begannen, ähnlich groß wie der Anteil der Personen, die die jeweilige Tätigkeit gänzlich aufgaben.

Anmerkung: Dargestellt sind Anteile der Befragten, die eine kreative Aktivität entweder anhaltend ausgeübt, neu begonnen, aufgegeben oder nie ausgeübt haben. Berücksichtigt wurden nur Personen, die sowohl 2018 als auch 2025 Auskunft über ihre kreativen Aktivitäten gaben. Gab beispielsweise eine Person im Jahr 2018 an, nie zu tanzen, und im Jahr 2025 jährlich zu tanzen, fällt sie in die Kategorie „neu begonnen“.